" Hier gibts Rosenwasser: Lutterburg Teil I

Lutterburg Teil I



















Am 1. Mai wird marschiert.
Aber nicht mit der Nelke in der Hand über den Alex, sondern mit dem Rucksack auf dem Rücken zu den Lutterburg Ruinen bei Bodenwerder.

Im Gepäck: Wasser, Schokoriegel, Gummibärchen, Taschenlampe, Fotoapparat, Videokamera
Wetter: warm und sonnig
Zeit: inzwischen 15 Uhr

Die Autos werden auf dem Parkplatz geparkt nahe dem Hopfenberg, auf dem das Lutterburggelände zwei verfallene Herrenhäuser, eine Kapelle plus Friedhof, einen Stall sowie ein Pförtnerhaus offenbaren soll.

Zur Hintergrundgeschichte:

Im Jahr 1908 beschloss Ernst-Theodor Büttner (geboren am 22. Oktober 1865), Kaufmann aus Stade, ein Eigenheim für sich und seine Familie zu bauen. Büttner handelte mit Klöppelspitze und Stickmustern erfolgreich nach Übersee und bemühte sich um ein großes Grundstück. Seine Frau Dorothea, geborene Pampel, hatte eine jüngere Schwester, Helena, die mit dem Bodenwerderaner Arzt Heinrich Harms verheiratet war.
Gemeinsam entschieden sich die beiden wohlhabenden Familien für den Bau zweier Häuser auf dem Gelände der Lutterburg. Geldgeber und Bauherr Büttner zog den international bekannten deutschen Architekten Hermann Muthesius zurate, der ein Ensemble aus zwei Landhäusern mit Pförtnerhaus und Gartenanlage für die Familien entwarf.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Muthesius

Als Vertreter der Moderne im beginnenden 20. Jahrhundert war es Muthesius’ Anliegen, die Grundrisse seiner vom englischen Landhausstil maßgeblich beeinflussten Vorstadtvillen und Landhäuser aus dem Grundriss heraus zu entwickeln, also die Funktionalität und Alltagstauglichkeit der Gebäude in den Vordergrund zu stellen und keine Abstriche in der Zweckmäßigkeit zugunsten künstlerischer Wirkung zu machen. So sind die Häuser am Hopfenberg auch streng gegliedert in private, offene und Personalbereiche und lassen bereits am Grundriss wesentliche Abläufe im Haus erkennen
In zweijähriger Bauzeit (1909 bis 1911) schufen zahlreiche heimische Handwerker in aufwendiger Arbeit die neue Heimat für die Familien Harms und Büttner. Um die Anlage zu pflegen, war Personal erforderlich, bis zu sieben Angestellte gab es in der Glanzzeit.
Sein gesamtes Vermögen von 2,5 Millionen Mark vermachte Büttner mit dem Tod seiner Gattin der Universität Göttingen – zu Krebsforschungszwecken.
Das Anwesen am Hopfenberg erbte der Universitätsbund Göttingen. Büttner wollte damit eine Ferienstätte für die Professoren bieten und erreichen, dass das Gelände weiterhin gepflegt und ihm ein ehrendes Andenken gewahrt würde. Die Tochter des Ehepaares Harms, Irma Rode, hatte ein lebenslanges Wohnrecht, von dem sie bis 1977 Gebrauch machte.
Die Uni Göttingen veräußerte das Anwesen jedoch schnellstens an einen Bremer Kieswerkbesitzer, und von nun an wechselte die Anlage zügig die Besitzer.
Das mittlerweile leerstehenden Büttner-Haus brannte 1987 und wurde zwangsversteigert. Neue Eigentümerin war Cecilie Wolf, geborene Knocke, die Tochter des Vorbesitzers. 1994 erwarb die Hopfenberg GmbH das Gelände und ist bis heute Besitzer der Anlage.

Mittlerweile hat sich die Natur den ehemals bebauten Teil des Hopfenbergs zu großen Teilen zurückerobert. Inzwischen ist auch das Pförtnerhaus an der Bundesstraße 83 verfallen.

(Auszüge aus der Landeszeitung)

1 Kommentar:

  1. Die Geschichte ist nicht richtig. Frau Cäcillia Wolf, geb Knocke erbte Die Lutterburg nach dem Tode Ihres Vaters, der das Gebäude um eine Etage erweiterte. Die Kichenfenster aus der Lutterburg existieren übrigens noch

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