" Hier gibts Rosenwasser: Hinterfragt

Hinterfragt

Ab diesem Jahr werden sämtliche Fotostrecken in der Brigitte von der Mode über Beauty bis hin zu Living und Fitness nicht mehr mit Models produziert.

Also ohne berufliche Models. Die normale Frau von heute präsentiert die Mode von heute - das war wohl die Idee dahinter. Damit möchte die Redaktion Zeichen setzen, an einer Fehlentwicklung der Modeindustrie der letzten Jahrzehnte kratzen.
Als Herausgeber einer großen, etablierten Frauenzeitschrift beweisen sie damit Mut.
Schönheitsideale von Size Zero über 90/60/90 sind lange genug plakatiert worden.

Dumm nur, dass die nun in der Brigitte abgebildeten Frauen zwar von Berufs wegen keine Models sind, aber so aussehen, als könnten sie welche sein.
Die Erklärung dazu, man könne mit Hilfe fähiger, guter Stylisten und Fotografen beinahe jede Frau ebenso gut in Szene setzen greift für mich da zu kurz. Das kann man nämlich nicht!
Richtiger ist wohl, dass durch ein äußerst präzises und wohlüberlegtes Auswahlverfahren nur überdurchschnittlich attraktive Damen das Blatt zieren dürfen.

Diese verdienen sich dann angeblich Ihren Lebensunterhalt als Lehrerin, Barbesitzerin oder Architektin. Die durchschnittliche Frau mit 1,5 Kindern, Vollzeit arbeitend und von Natur aus so bombig aussehend. Kritik aus der Emma Redaktion ist berechtigt.
Diese abgelichteten Hobbymodelle entsprechen nicht dem Durchschnitt unserer Frauen in Deutschland.

Warum also der ganze Aufwand? Was für ein Kalkül wird hier verfolgt?
Die neue Strategie würde nur dann für das gesellschaftliche Frauenbild Sinn machen, wenn auch tatsächlich ganz normale Frauen abgebildet werden – eben auch solche, die nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen.

Hat man hier ein ungeahntes Sparpotenzial entdeckt? Weniger professionell, dafür billiger?
Bis zum Jahresende muss, so steht es bei www.freischreiber.de/home/abschied-von-alten-idealen , Gruner & Jahr 200 Millionen Euro einsparen. Steigen auf diese Weise die nötigen Verkaufszahlen? Das Konzept dürfte nicht unbekannt sein.
Im Fernsehen unterhalten uns fast jeden Abend mittlerweile gecastete Laien.

Was also auch immer hinter der pseudo trendigen und idealistischen Idee der Brigitte stecken möge: Mich überzeugt das nicht!

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