" Hier gibts Rosenwasser: "Sag mir wo die Blumen sind..."

"Sag mir wo die Blumen sind..."

Das Landleben bietet je nach Saison viele, kleine und wundervolle Möglichkeiten sich der Natur verbunden zu fühlen.
Ein Highlight dieser Möglichkeiten ist für mich eindeutig das Sommerblumen pflücken vom Feld.
In den letzten Jahren habe ich diese Gelegenheiten leider nicht mehr genutzt. Vielleicht ist mir ein wenig der Sinn an solch schönen Erlebnissen abhanden gekommen, während der Kopf mit anderen Dingen beschäftigt war.
Es zählt jedoch einzig, dass das Empfinden wieder zurück ist und ich es sehr willkommen heiße.

Wenn ich also an einem warmen Sommertag auf dem Feld stehe, zwischen den bunten, duftenden und gutgelaunten Blumenreihen, dann geht mir das Herz auf wie ein Soufflé im Backofen.
Die Euphorie ist so groß, dass ich sie gern ALLE hätte. Die roten und gelben, samtigen und stachligen, banalen und extravaganten.
Und obwohl man genau weiß, dass man Daheim nur ein bestimmtes Kontingent an mittelgroßen Vasen besitzt, befindet man sich wie im Pflückrausch.

Der Mensch allerdings schafft es traurigerweise, sich auch dieser Lebensfreude schleichend zu entledigen.
Die Existenz solcher Blumenfelder ist nämlich keine Selbstverständlichkeit und begegnet einem leider auch immer seltener.
Die Freude am Pflücken kostet. Einen kleinen Beitrag. Für die Blumensamen und das notwendige Bewässern.
Einen Bruchteil an Entlohnung für Jemanden, dem der Boden gehört und der sich Arbeit macht um Frohsinn und Verzückung zu verbreiten, denn Geld verdient er damit nicht wirklich - im Gegenteil, er zahlt drauf.
Der kleine Blechkasten, der als Kasse dienen soll, ist nämlich meist leer. Naja, nicht ganz leer.
Neben Reißzwecken und Knöpfen befinden sich unter anderem noch Steine sowie Centstücke darin.
Eben all das, was beim Einwerfen klimpert und den Anschein einer Entlohnungen erweckt.
Und während immer mehr Blumen vom Feld verschwinden, wächst das Gelumpe in der Blechkiste.

Es bleibt nun jedem selber überlassen die Konsequenzen aus dieser unschönen Tatsache zu ziehen.
Ich für meinen Teil wünsche mir auch in der Zukunft Kartoffeln, Eier und Blumenfelder am Wegesrand!

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