" Hier gibts Rosenwasser: business as usual

business as usual

Neulich sah ich in einem Geschäft, wie zwei Angestellte in einem Haufen von Bewerbungen blätterten und sich köstlich amüsierten.
Da kam mir die Idee, auch einmal eine Stellenausschreibung in der Zeitung aufzugeben.
Durchschnittlicher Job, durchschnittliche Arbeitszeiten, schlechte Bezahlung.
Und dann erst einmal eine ganze Woche auf die eintrudelnden, ca. 150.000 Bewerbungen warten und diese ordentlich stapeln.
Überhaupt keinen einzigen Gedanken mehr daran verschwenden!
Nach dieser Woche ist dann auch erfolgreich vergessen, wer sich z.B. die Mühe gemacht hat und seine Mappe persönlich vorbei gebracht hat.
Wenn Laune und Wetter nicht so sonnig sind, ist es die rechte Zeit, um eine große Tasse Tee aufzubrühen und erwartungsvoll die erste – bereits leicht angestaubte – Bewerbungsmappe zu öffnen, in der Hoffnung auf einen amüsanten Nachmittag.
Zunächst einmal das Bewerbungsbild inspizieren und aus Prinzip schon mal die Nase rümpfen. Daraufhin in leichtes Kichern verfallen.
Dann mit ausgestrecktem Finger über die Lebensläufe huschen und feststellen, dass 90 % zu unqualifiziert sind und weitere 9% mindestens noch 5 Fortbildungen bräuchten, um in die engere Auswahl zu kommen.
Kopf schüttelnd die sozialen Kompetenzen überfliegen und hoffen, diesen Primaten niemals persönlich über den Weg zu laufen.
Sich abschließend überaus groß zeigen und stolzen 3 (in Worten Drei) Bewerbern die Chance geben, in einem Gespräch zu überzeugen.

Wie? So läuft das nicht?

Nein, selbstverständlich läuft das Bewerbungsprozedere nicht in allen Unternehmen auf diese Weise ab.
Ich wollte auch nur einmal nachempfinden wie es sich anfühlen muss, so auf der anderen Seite des Zauns.

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