" Hier gibts Rosenwasser: Emily rockt

Emily rockt


Während ich mich an einem dieser trüben Regentage aufs Sofa kuschelte, um mich ganz der Tintenherz - Trilogie hinzugeben, wurde ich ganz unerwartet mit Emily Dickinson bekannt gemacht.
Nein, Frau Dicksinson entstammt nicht der Tintenherz Geschichte.
Cornelia Funke hatte die Idee, ihre eigenen Kapitel passend mit Auszügen der Weltliteratur zu verzieren.

Hope is the thing with feathers
That perches in the soul,
And sings the tune without the words,
And never stops at all,
...

Auf diese Weise also, hat mir Emily Dickinson ihre Hand durch das Papier zur Bekanntmachung entgegen gestreckt, wie sich das nun wiederum auch gehört für die Tintengeschichten, in denen die Figuren aus den Seiten heraustreten können.

So haben wir uns ganz eigenwillig auf einen Tee zusammengefunden und ich erfuhr, da nun schrecklich neugierig geworden auf diese Person, von ihrem Leben. Dieser kleinen Welt, all die ganzen Jahre, zurückgezogen im Haus der Familie in Amherst Massachusetts.
Zwar fromm erzogen, überaus klug und doch sehr eingeschränkt durch physische und psychische Instabilität.
Emily, große Dichterin, deren Werke stilistisch vielfach ihrer Zeit voraus waren, zu sperrig und zu unverstanden. Kaum ein Gedicht erschliesst sich nach dem ersten Blick und manchmal auch später nur sehr schwer.
Ganze zehn Gedichte sind zu ihren Lebzeiten veröffentlicht worden.
Glücklicherweise sind nach ihrem Tod weitere erschienen, auch wenn an ihnen oft herumgebastelt wurde, um ihre Zeilen zugänglicher zu machen.

Leider macht es mir die englische Sprache hier wieder besonders schwer.
Die zahlreichen Bedeutungsebenen, die das Englische, zumal das Dickinsonsche, in täuschend einfachen und kurzen Formulierungen herstellen kann, sind im Deutschen kaum oder nur einfach andeutungsweise wiederzugeben.
Kluge Menschen haben sich an Übersetzungen gewagt und weil dies wohl keine leichte Angelegenheit ist, gibt es davon eine ganze Menge. Bis zu fünf Variationen für ein Gedicht.
Selbst in Muttersprache bleiben Emilys Worte sehr besonders.

Warum ich dennoch eine Narren an ihren Versen gefressen habe?
Weil ich gern ein bisschen Raum zur Interpretation habe und weil es mir wohl gefällt, wenn Beobachtungen und Dinge so weitreichend wie vieldeutig formuliert sind.
Vielleicht auch weil ihre Zeilen den notwendigen Platz lassen für eigene Überlegungen.
Sie geben mir die Möglichkeit ein bisschen darauf herumzukauen.
Emilys Gedichte haben eben einfach den richtigen Biss!

It’s-all-I-have-to-bring-today

It’s all I have to bring today –
This, and my heart beside –
This, and my heart, and all the fields –
And all the meadows wide –
Be sure you count – should I forget
Some one the sum could tell –
This, and my heart, and all the Bees
Which in the Clover dwell.

The-heart-asks-pleasure-first

The heart asks pleasure first
And then, excuse from pain-
And then, those little anodynes
That deaden suffering;
And then, to go to sleep;
And then, if it should be
The will of its Inquisitor,
The liberty to die.

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