" Hier gibts Rosenwasser: Diese Mutter hat keine Tomaten auf den Augen

Diese Mutter hat keine Tomaten auf den Augen

Oder aber: Lila und blau trägt Kaspers Frau.

Berlin. Du meine Heimat, du urbanes, altes Pflaster.
Welten liegen zwischen Dir und unserer beschaulichen Kleinstadtidylle.
Unterschiedlich tickende Uhren. Bei Dir läuft alles schneller.
Der Zeitgeist rast unaufhaltsam.
Wem es nicht einmal auf dem Land gelingt die Zeit ein kleines bisschen anzuhalten, dem wird es in Berlin noch weniger gelingen.
Ein Trend dort jagt den nächsten und was heute dort angesagt ist, erreicht uns Landeier gefühlt erst ein Jahr später.
Das ist der Lauf der Dinge. Ein Lauf den ich nicht geändert haben möchte.

Die Kinder aus dem Prenzlauer Berg sind bunt. In farbenfroher, fröhlicher Kleidung stürmen und erobern sie die Spielplätze. Davon reiht sich alle 200m einer an den nächsten.
Die Stoffe der Kleidung sind weich.
Alle Schnitte scheinen irre bequem.
Mustermix wird hier ganz groß geschrieben.
Nichts scheint auf den ersten Blick zueinander zu passen, der lila Apfel und das orange Karomuster. Streifen. Punkte. Alles wild durcheinander.
Ansässige Läden bieten diese schöne Kindermode derzeit zuhauf an.
Duns Sweden und Småfolk beispielsweise: aus reiner Biobaumwolle versteht sich.
In Sachen Kinderbekleidung scheinen die Nordeuropäer derzeit die Nase weit vorn zu haben. 
Wer kein fertiges Kleidungsstück erwerben möchte, der näht selbst. Genauso kunterbunt und wild. Logisch.
Ein hübscher Modetrend!
Dennoch: Alles ist und bleibt am Ende reine Geschmackssache.

Hier zu Lande zieht man Kleinkinder bereits an wie kleine Erwachsene.
Jeans. Dazu halt ein Shirt und darüber einen kleinen Cardigan. So in etwa.
Grau zu blau. Rosa zu weiss.
Minigürtel in die Hose und fertig. Da sitzt und passt alles. Und was nicht stimmt wird schnell passend gemacht.
"Nee. Da kannste doch nicht diese Mütze zum Kleidchen aufsetzen. Hol mal ne andere. Das passt doch gar nicht".
Nanu. Wer sagt denn bitte dass das nicht zusammen passt?
Wir unseren Kindern. Und auch damit erziehen wir sie täglich ein kleines Stück weit. Wir beeinflussen nämlich schon ihren Geschmack. Die Kreativität. Die Möglichkeiten.

Lassen wir sie doch einfach mal im Elfenkostüm in die Kita marschieren.
Lassen wir sie doch einfach mal  in der Kleidung, welche sie sich selbst ausgesucht haben.
Wer bitte meint, dass sich da etwas nicht schickt? Zum Teufel mit den ganzen Modegesetzen, welche wir Erwachsene uns im Laufe des Lebens angeeignet haben.
Geben wir unseren Kindern doch die Möglichkeit auch einmal bunt sein zu dürfen.

Letztendlich passt doch immer alles zusammen. Die Frage ist nur für wen.

 

1 Kommentar:

  1. Ich finde, Hauptsache bequem! Und atmungsaktiv! (Okay, gewisse Symbole haben auf Kinderklamotten nichts verloren. Aber sonst…) ;)
    Danke für deinen ehrlichen Kommentar auf meinem Blog :)
    LG,
    Anna

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